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Site Level Factors

Wie können wir unsere Webseite (als Ganzes betrachtet) für Nutzer und folglich für Suchmaschinen attraktiv gestalten?
Stellen wir uns einmal Webseiten als Planeten vor. Nach innen betrachtet, bilden die technischen und inhaltlichen Strukturen der Webseite alles Leben auf dem Planeten. Die Perspektive aus dem All wäre dann mit dem World Wide Web gleichzustellen.

Das bedeutet Suchmaschinen und Nutzer sehen einen Planeten (eine Webseite) und bewerten diesen.

Suchmaschinen entscheiden, ob sie die Webseite in den Suchergebnissen anzeigen und Nutzer entscheiden dann, ob sie diese besuchen. Ganz schön oberflächlich auf den ersten Blick, aber es steckt mehr dahinter.

Natürlich willst du jetzt eine einzigartige, auffallende Hülle, die heraussticht, aber es geht tatsächlich nicht ausschließlich um das Äußere. Diese Hüllenanalogie berücksichtigt nämlich auch deine inneren Werte: Sowas wie die Glaubwürdigkeit deiner Seite.

Okay, Schluss mit der Hülle. Nachdem wir im letzten Beitrag auf den Einfluss der Domain aufs Google-Ranking eingegangen sind, schauen wir uns an, was wir deiner Webseite als großes Ganzes bieten können.

„Site Level“ Faktoren beziehen sich also auf die Gesamtheit deiner Webseite und betrachten Themen wie die Qualität deines Inhalts, die Glaubwürdigkeit deiner Seite, die Seitenarchitektur, die Optimierung für mobile Endgeräte und, und, und …

Worauf könnte man hier noch vorworttechnisch eingehen?

Mit den Faktoren aus diesem Beitrag könnte sich deine Herangehensweise an die Aufbereitung deiner Webseite drastisch ändern, also fangen wir direkt an.

Wie erhöhst du die Glaubwürdigkeit deiner Webseite?

Die Glaubwürdigkeit deiner Webseite repräsentiert deine Glaubwürdigkeit. Wenn du offline also eine Laberbacke bist, wird es schwierig, wenn auch nicht unmöglich dies online abzustellen – zumindest bei Leuten, die dich kennen. Aber auch Google durchschaut Scharlatane. Wie du nachhaltig deine Glaubwürdigkeit, sowohl online, als auch offline steigern kannst: E-A-T.

Expertise-Authority-Trust

Expertise: Dein Ziel muss es sein, dich mit deiner Webseite als Experte zu positionieren.  Das bedeutet, dass klar werden muss, dass du Ahnung von dem hast, was du auf deiner Seite präsentierst. Das schaffst du am ehesten, wenn du deine Informationen mit externen Links, also Quellenangeben, belegst. So sieht der Leser, dass du dich mit dem Thema auseinandergesetzt hast. Das Internet ist ein endloses, für jeden zugängliches Lexikon und auf Seite 42 finden Leser, ob du weißt wovon du redest.

Neben Quellenangaben steigern positive Kundenrezensionen, Referenzen und Google- und Facebook-Bewertungen deine Glaubwürdigkeit. Wir machen unsere Entscheidung, für ein Produkt, stark davon abhängig, was andere davon halten. Das gleiche gilt auch für Personen, Unternehmen und Dienstleistungen.
Du kannst dich selbst prüfen. Überleg mal, wie viel Einfluss Bewertungen auf deine eigene Meinungsbildung besitzen. Bitte deine Kunden doch um eine Google- oder Facebook-Bewertung oder eine Aussage, die du auf deiner Webseite, ggf. zusätzlich zur Fallstudie, veröffentlichst. Das funktioniert nach einem abgeschlossenen Projekt genauso gut, wie nach Erreichen eines großen Meilensteins während der Zusammenarbeit.

Authority: Natürlich sollst du nicht ohne Sinn und Verstand mit Wissen auf deiner Seite um dich werfen – und vor allem nicht einfach Inhalte von anderen Seiten kopieren. Das ist einfach nur Täuschung, generiert Duplicate Content und wenn deine Seitenautorität noch niedrig ist, wird sie dadurch auch nicht ansteigen.

Welchen Mehrwert könnte dein Wissen für deine Zielgruppe haben? Mit welchen Problemen kämpft deine Zielgruppe momentan, für die du mit deinem Wissen eine Lösung schaffen kannst?

Die Autorität deiner Seite wird durch die Relevanz deiner Inhalte für ein bestimmtes Thema bewertet.
Nehmen wir diese SEO DIY Serie als Beispiel: Diese Art von Beitragsserien gibt es bereits und auch Texte zu den einzelnen Ranking-Faktoren gibt es zu Hauf. Warum mache ich mir dann also die Mühe dieses Thema ein weiteres Mal zu beleuchten?

  • Ich möchte mein Wissen und meine eigenen Erfahrungen weitergeben
  • Es gibt auch nicht nur einen Lehrer pro Themenfeld
  • Für einige Leser ist mein Schreibstil oder die Aufbereitung meines Inhalts vielleicht angenehmer, als von anderen
  • Niemand bezieht seine Informationen aus nur einer Quelle. Wir wollen vergleichen. Egal ob Produkt, Dienstleistung oder Wahrheitsgehalt eines Artikels

Wir sollten uns also nicht davor scheuen, über ein Thema zu berichten, nur weil darüber schon geschrieben wurde und wer weiß, vielleicht hast du ja auch neue, interessante Ideen für das Thema. Dann solltest du dich erst recht nicht zurückhalten!
Wir können natürlich nicht jeden Menschen begeistern, aber das sollte auch nicht unser Ziel sein. Man erstellt Content für seine eigene Zielgruppe. Die Menschen deine Inhalte zu schätzen wissen.

Scheue dich also nicht, dein Wissen neu und interessant aufbereitet in einem Blog, einem Video oder Social Media Post zugänglich zu machen.

Trust: Wie schafft man Vertrauen mit einer Webseite? Dieser Faktor hat eine immense Bedeutung für dein Ranking. Es gibt sogar ein Google Patent mit dem Titel „Search result ranking based on trust“ (https://patents.google.com/patent/US8818995B1/en).

Dein TrustRank (oder Domain Trust) setzt sich aus vielen Punkten zusammen. Sogar dein Domain-Alter (siehe erster Beitrag) spielt mit rein, wenn auch nur zu einem kleinen Teil. Vor allem aber geht es darum, dass Suchmaschinen und Nutzer ein positives Bild von dir bekommen.

Hier sind ein paar offensichtliche Dont’s:

  • Kein Spam,
  • Keine unethischen Inhalte oder ähnliches,
  • keine dünne Seite mit vielen Affiliate-Links.

Google freut sich darüber diese abzustrafen. True Story. Worauf du im Gegenzug wertlegen solltest, ist einmal mehr, Probleme zu lösen. Ich sollte einen Artikel schreiben, um tiefer darauf einzugehen.

Mit gesundem Menschenverstand und etwas Empathie sollte jeder für sich feststellen können, wann eine Grenze der Penetration überschritten wurde.

Biete Lösungen für die Probleme deiner Zielgruppe an

Wir leben in einer Zeit, in der Nutzer immer weniger auf Popus und Ads klicken, die vielleicht auch nicht mal etwas mit dem Thema zu tun haben. Warum also trotzdem noch damit hantieren? Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal ausversehen oder beabsichtigt auf Werbung im Browser geklickt habe. Mich nervt’s nur noch.

Baue deinen Inhalt lieber auf den Bedürfnissen und Problemen deiner Zielgruppe auf. Welche wertvolle Information kannst du deinem Stamm bieten? In Seth Godin’s Buch „This is Marketing“ beschreibt den Begriff „Marketing“ folgendendermaßen: „Marketing is the generous act of helping someone solve a problem. Their problem.“ (Ich kann das Buch nur jedem wärmstens empfehlen)

Es geht also nicht mehr darum, das eigene Produkt zu vermarkten. Es geht darum Lösungen für echte Probleme anzubieten. Du bist Schuster und Leute kommen zu dir, weil ihre Schuhe an den Fersen jedes Mal nach zwei Monaten kaputt sind? Biete diesem Kunden nicht einfach ein neues Paar Schuhe an, sondern Schuhe, die an den Fersen verstärkt sind. Du weißt, was ich meine?

Video-Marketing ist der neue Trend

Ein guter Ansatz dies deine Zielgruppe heutzutage zu erreichen sind Videos. Zumindest aus SEO-Ranking-Sicht. Dass YouTube-Videos in den SERP’s bevorzugt werden, liegt aber vielleicht auch daran, dass YouTube zu Google gehört. Wenn du Lösungen für bestimmte Probleme hast und weißt, dass sie der Menschheit helfen, dann mach doch ein Video dazu. Ich selbst drücke mich noch davor, weiß aber, dass der Tag kommen wird, an dem ich mein erstes YouTube-Video drehen werde. Uiuiui. Bis dahin muss der Blog ausreichen. Aber vielleicht hast du ja mehr Mut und auch Spaß daran, dich vor der Kamera zu präsentieren, als ich.

Halte dich und deine Inhalte auf dem neusten Stand

Hier ein indirekter Faktor, der zum Selbstläufer wird, wenn du deine Zielgruppe halten willst: Site Updates. Google verneint die Aussage, dass das regelmäßige oder terminierte Veröffentlichen von neuen Beiträgen bzw. Inhalten im Allgemeinen keinen Ausschlag auf das Ranking hat. Eine Webseite ist keine Maschine, die einfach nur Content produzieren soll. Trotzdem solltest du deinen Content von Zeit zu Zeit an neue Erfindungen und Insights anpassen, vor allem wenn du keine zeitlosen Themen wie die Geschichte der Dinosaurier behandelst.

Was macht eine gute Seitenarchitektur aus?

Oh ja, jetzt kommen wir zu den Stöckchen und Hölzchen. Die Architektur deiner Seite. Wie intuitiv schätzt du deine Seite ein? Wie leicht zugänglich bietest du deinen Nutzern Informationen an? Finden Sie schnell und einfach, was sie suchen?

Mit Google Analytics kannst du einsehen, welche Wege deine Nutzer klicken und auf welchen Seiten sie ihren Besuch abbrechen. Bei vielen Seiten ist dies leider zu einem hohen Prozentsatz schon die Startseite. Die Startseite einer Webseite wird am häufigsten aufgerufen. Über sie betreten die meisten Nutzer deine Webseite und bietet daher das höchste Potential deine Besucher zu fesseln. Wäre doch ein super Slogan für einen VR-Erotik-Shop.

Die Seitenarchitektur ist eines meiner Lieblingsthemen. Hier kommen die Phrasen „schnelllebige Zeit“, „kurze Aufmerksamkeitsspanne“ und „Intuitivität“ auf. Nicht nur ist es etwas, dass dem Google Bot beim Durchsuchen deiner Seite gefällt, sondern auch dem User. Bei der Seitenarchitektur kommt es auf eine intuitive und logische Strukur und Verlinkung deiner Seiten an. Kategorisiere deine Themenbereiche. Welches Thema würde deine Zielgruppe in welcher Kategorie suchen und erwarten? Wir haben zum Beispiel aus dem Fehler gelernt Webseiten im Bereich „Medien“ anzubieten, während wir gleichzeitig den Bereich „Web“ hatten. Unsere Kunden haben im Feedback-Gespräch gesagt, dass sie Webseiten natürlich mehr mit „Web“ verbinden und demnach gar nicht erst bei Medien geschaut hatten.

Suchmaschinen hilft es, wenn du ihnen eine Sitemap anbietest. Früher stellte das ein Inhaltsverzeichnis deiner Seite dar. Heute ist es im Falle WordPress’ eine Datei, die von den Crawlern der Suchmaschinen genutzt wird, um deine Inhalte besser in den Suchergebnissen zu kategorisieren und platzieren.

Breadcrumbs sind deiner Seitenarchitektur ebenfalls dienlich. Breadcrumbs oder eine Breadcrumb-Navigationen zeigen dem Nutzer seine aktuelle Position an und die einzelnen Zwischenschritte. Diese zusätzliche Navigationsart sieht man häufig in Foren. Es hilft der Google-Suche zum Beispiel auch dabei deine Inhalte und Informationen bbesser zu in den Suchergebnissen zu kategorisieren. Das bedeutet nicht, dass Breadcrumbs immer sinnvoll oder nötig sind. Am Anfang dieser SEO DIY Serie habe ich erwähnt, dass man nicht auf alle Faktoren eingehen kann und auch nicht muss. Am Ende geht es immer noch darum, eine für den Nutzer optimierte Seite zu erstellen, nicht für die Suchmaschine.

Die Architektur deiner Seite mündet am Ende in der „Seitennutzbarkeit“. Wie gut können Nutzer auf der Seite navigieren? Finden Sie leicht und schnell alle Informationen, die sie suchen und benötigen? Wenn Nutzer merken, dass die Seite, auf der sie gerade erst gelandet sind, unübersichtlich ist und schwer zu bedienen, bouncen sie direkt wieder zurück zu Google. Diese Bounce Rate ist ein Faktor, der sich stark auf dein Ranking auswirkt. Niemand möchte eine Seite in seinen Suchergebnissen sehen, von der Leute schnellstmöglich wieder wegwollen!

Dazu gehört heute einfach auch die mobile Nutzbarkeit. Immer mehr Menschen besuchen Seiten auf mobilen Endgeräten und dieser Trend wird so schnell nicht nachlassen. Aus diesem Grund werden Webseiten auch „Mobile First“ erstellt. Das bedeutet, dass in der Konzeptionsphase schon damit begonnen wird, zu überlegen, wie sich die Seite mobil verhalten soll. Daran anknüpfend wird die Seite auch entwickelt, aber das ist nicht dein Problem – außer, dass du wissen solltest, ob dein Webdesigner sich auch danach richtet.

Zeige wer du bist, was ud kannst und vor allem, wie man dich erreichen kann

Es gibt ein Google-Dokument, vielleicht hast du davon schon einmal gehört, das nennt sich „Quality Rater Guidelines“ und besagt unter anderem, dass eine Webseite eine angemessene Menge an Kontaktinformationen aufweisen sollte. Diese heben auch gleichzeitig deinen „E-A-T-Wert“.
Was bedeutet nun aber „angemessene Menge“? Grundlegend umfasst es schonmal alle Daten, die du sowieso in dein obligatorisches Impressum und deine Datenschutzerklärung eintragen musst:

  • Vollständiger Name
  • Adresse des Unternehmenssitzes
  • E-Mail-Adresse
  • Telefonnummer unter der du zu erreichen bist

Diese Informationen nur im Impressum anzubieten, ist jedoch etwas mau. Viele Nutzer suchen diese Angaben auf einer Kontakt- oder Team-Seite. Erst dann schauen sie ins Impressum, aber oftmals mit einem Gefühl von Enttäuschung, dass ihnen nicht mehr geboten wurde – oder ist für dich eventuell das Impressum der erste Anlaufpunkt?
Hier eine kleine Übersicht über beliebte Stellen an denen Kontaktmöglichkeiten präsentiert werden:

  • Impressum und Datenschutz (obligatorische Seiten)
  • Kontaktseite
  • Team- oder „Über mich“-Seite
  • Topbar (noch über der Navigation)
  • Footer (Fußzeile am Ende der Seite)
  • Extra Call-to-Action-Buttons, Formulare, Chat, etc.

Diese haben mittlerweile auch einen gewissen Erfahrungswert eingenommen. Nutzer erwarten also schon unter Umständen, dass sie an den genannten Stellen Kontakt mit dir aufnehmen können.

Zusatz: Erinnerst du dich an die WhoIs-Informationen aus dem letzten Beitrag (Link)? Ja, die sollte natürlich mit den Informationen auf deiner Seite übereinstimmen.

Zeige bereits in den Sucherrgebnissen, was du zu bieten hast

Weißt du was Meta-Beschreibungen sind? Das sind diese kleinen Textauszüge, die du in der Google-Suche unterhalb jedes Suchergebnisses hast. Diese kannst du für jede deiner Unterseiten individuell setzen. Das ist zum einen wichtig, um dem Suchenden einen sinnvollen Ausblick zu geben, was ihn auf der Seite erwartet, es ist wichtig für die Google-Suche an sich, da du hier deine Keywords super verbauen kannst und es ist vor allem wichtig, weil du dadurch keine Duplikate erzeugst. Mit doppelten Meta-Beschreibungen reduzierst du die Sichtbarkeit deiner Seite, weil Google sich nicht entscheiden kann, ob er Seite A oder Seite B in seinen Suchergebnissen anzeigen soll, da beide dieselbe Beschreibung besitzen, also angeblich denselben Inhalt anbieten. Bekanntlich freut sich dann der Dritte, wenn zwei sich streiten und dieser Dritte ist definitiv keine deiner Seiten!

Die Erreichbarkeit und Sicherheit deiner Webseite

Deine Seite sollte nicht zu oft und zu lange nicht erreichbar sein. Dabei meine ich nicht, aufgrund von Updates, die oft nur wenige Minuten dauern, sondern tagewesie Ausfälle. In extremen Fällen kann dies zu einer Indexierung führen – wobei das wirklich lange dauert und eigentlich nur in Fällen einer tatsächlichen Abschaltung der Webseite vorkommt.

Etwas, dass ich so auch nicht wusste, ist dass der Standort des Servers, auf dem deine Webseite gehostet wird, einen Einfluss auf dein Ranking hat. Dies ist vor allem wichtig für geo-spezifische Suchanfragen. Das bedeutet, wenn du einen Anbieter auswählst, der seinen Hauptsitz nicht in Deutschland hat, solltest du vorher prüfen, ob dieser zumindest Server in Deutschland stationiert hat. Bei den meisten großen Hosting-Anbietern ist dies aber gegeben.

Die Sicherheit deiner Seite ist natürlich auch wichtig. Spätestens seit Mai 2018 muss jede Seite ein SSL-Zertifikat besitzen, um gewährleisten zu können, dass persönliche Informationen wie Passwörter oder andere Formulardaten, Warenkörbe usw. verschlüsselt weitergegeben und verarbeitet werden.

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