Eine eigene Komponente system-konform bauen

Erst prüfen, ob eine Kombination bestehender Klassen reicht. Wenn nicht: neue Klasse benennen nach dem Muster c-name--variante, ausschließlich mit System-Variablen füllen, dann in Elementor als Global Class anlegen.

Schritt 1 — Prüfen, ob es sie braucht

Die meisten „fehlenden“ Komponenten sind Kombinationen. Ein Hinweiskasten ist ein Container mit u-bg--muted u-p--m u-rad--m. Eine Statistik-Kachel ist c-card mit zwei Textzeilen.

Faustregel: Wenn dasselbe Muster weniger als dreimal vorkommt, ist es keine Komponente — dann bauen es die Helfer-Klassen.

Schritt 2 — Benennen

Vorsilbe Wofür
c- Komponente — ein wiedererkennbares Bauteil
l- Layout — ordnet andere Elemente an
t- Typografie — Schrift und Textfarbe
u- Helfer — eine einzelne Eigenschaft

Varianten mit doppeltem Bindestrich (c-badge--warnung), innere Teile mit doppeltem Unterstrich (c-badge__icon). Namen auf Englisch, klein, mit Bindestrich getrennt.

Schritt 3 — Nur System-Werte verwenden

Die entscheidende Regel: keine festen Werte. Jede Farbe, jeder Abstand, jeder Radius kommt aus einer Variablen.

Falsch wäre padding: 14px und color: #666. Richtig ist padding: var(--space-m) und color: var(--text-secondary). Nur so zieht die neue Komponente bei einer Systemänderung mit — andernfalls ist sie genau die Altlast, die das System vermeiden soll.

Schritt 4 — Vier Zustände mitdenken

Ist die Komponente klickbar, braucht sie alle vier: ruhend, hover, gedrückt, fokussiert. Der Fokus-Ring ist keine Zugabe, sondern Pflicht — siehe Wie Hover-Zustände entstehen.

Schritt 5 — In Elementor anlegen

Neue Klassen entstehen im Atomic Editor als Global Class. Erst dann sind sie im Klassen-Feld verfügbar.

Achtung: Elementor liefert eine Global Class erst aus, wenn mindestens eine Seite sie tatsächlich verwendet. Eine angelegte, aber nirgends benutzte Klasse erscheint in keiner CSS-Datei. Das ist kein Fehler — aber es heißt: Zum Testen muss die Klasse an einem echten Element hängen.

Was nicht als Komponente taugt

  • Seitenspezifisches — gilt es nur auf einer Seite, gehört es nicht ins System
  • Einzelne Eigenschaften — dafür sind die u--Helfer da
  • Inhaltliche Varianten — „Box für Kundenstimme Nr. 3“ ist Inhalt, nicht Struktur

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